Tipps und Regeln für ein gelungenes Vorstellungsgespräch
Die folgenden Informationen sind in erster Linie für Personalverantwortliche gedacht. Wenn Sie das Thema aus Bewerbersicht interessiert, klicken Sie bitte hier
Allgemeine Grundsätze und Tipps für das Interview1. Nehmen Sie sich Zeit
Um oberflächliche und gedankenlose Antworten zu vermeiden, sollten Sie gezielte Sondierungsfragen stellen, die Ihnen immer weiteren Aufschluss über wichtige Inhalte geben. Manchmal genügt
es, wenn man die Antwort lediglich wiederholt. Es dient dem eigenen Verständnis und gibt dem Bewerber Gelegenheit zu weiteren Ausführungen.
2. Stellen Sie das Unternehmen und die Stelle vor
Sie vermeiden damit Mißverständnisse und erfüllen den Info-Bedarf des Bewerbers. Darüber hinaus leben Sie ein partnerschaftliches Verhalten gegenüber allen Außenstehenden, eben auch Bewerbern.
3. Ergänzen und Überprüfen Sie die Angaben
Geben Sie dem Bewerber Gelegenheit über sich, d.h. seine berufliche Entwicklung und zukünftigen Ziele, sein persönliches Umfeld und seine Situation zu sprechen.
4. Lassen Sie hauptsächlich den Bewerber sprechen
Untersuchungen haben ergeben, daß viele Interviewer für sich mehr Redezeit beanspruchen, als dem Bewerber gegeben wird. Das Interview ist ein Suchverfahren und nur der Bewerber hat
die gesuchten Fakten. (70:30 Regel)
5. Prüfen Sie möglichst genau die Zeitangaben des Lebenslaufs
Klären Sie Unstimmigkeiten ab. Auftauchende Widersprüche sind möglicherweise ein Indiz für Unwahrheiten oder zumindest „geschönte Wahrheiten“, amerikanische Personalverantwortliche
kennen den treffenden Ausdruck „extended truth“ (erweiterte Wahrheit)
6. Verfallen Sie nicht in einen Prüfungsstil und vermeiden Sie Suggestivfragen
Ein Prüfungsstil beeinträchtigt nachhaltig die Atmosphäre des Gesprächs.
Suggestivfragen sind das sicherste Mittel, das Interview völlig wertlos zu machen. (Wahrscheinlich haben Sie aufgehört zu arbeiten, als das erste Kind kam? Die Bewerberin wird
erwartungsgemäß mit “ja” antworten, obwohl ihr eventuell gekündigt wurde.)
7. Persönliche Fragen sind ebenso wichtig, wie fachliche
Scheuen Sie sich nicht, auch persönliche Fragen nach einem Umzug der Familie (Schulwechsel der Kinder etc.), der Sicht des Ehepartners zum Stellenwechsel (ich konnte schon einige fertige
Verträge vernichten, weil sich in letzter Minute der Partner oder die Partnerin entschied, den Stellenwechsel doch nicht mitzutragen) und ähnliches mehr zu stellen. Diese Fragen sollten aber erst
später im Gespräch auftreten. Nutzen Sie das aufgebaute Vertrauensverhältnis und erzwingen Sie keine Antworten.
8. Bleiben Sie möglichst neutral
Vermeiden Sie Andeutungen über Kritik, Zustimmung oder allgemein Ihre Erwartungen. Jeder Mensch versucht unbewußt, die an Ihn gestellten Erwartungen zu erfüllen. Der Bewerber wird in
seinen Antworten automatisch immer mehr Ihrem Idealbild näherkommen. (Rosenthal- oder Pygmalion-Effekt)
9. Geben Sie niemals Gründe für eine Ablehnung bekannt
Rufen Sie einige Tage später an oder teilen Sie dem Bewerber schriftlich mit, dass Sie sich für einen Mitbewerber entschieden haben, "der in idealer Weise unserem Anforderungsprofil
entsprach". Kränken Sie bitte nicht ungewollt den Bewerber, indem sie auf mangelnde Kenntnisse und Fähigkeiten hinweisen oder dass Sie sich für einen Bewerber anderen Geschlechts
entschieden haben (hier können auch rechtliche Probleme auf Sie zukommen).
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