Psychologische Gesprächsführung - Klientenzentrierter Ansatz
Klientenzentrierte Gesprächsführung
auf der Grundlage der klientenzentrierten Gesprächstherapie nach Carl R. Rogers Klient = Gesprächspartner/Hauptperson im Gespräch,
Überall dort, wo diese klientenzentrierte Haltung praktiziert wird, entwickelt sich ein verstehendes Klima, das Mut macht
und realistische Einschätzungen ermöglicht
Gefühle sollen frei ausgedrückt werden, auch wenn sie negativ sind
Rogers Annahmen beruhen auf seinem optimistischen Weltbild:
Der Mensch ist gut und hat eine Tendenz zur Selbstverwirklichung, zu Wachstum, Gesundheit und Anpassung
Manchmal wird der Mensch an Wachstum und Selbstverwirklichung gehindert, dann muss man die geeigneten
Bedingungen wiederherstellen, damit er sich wieder selbst verwirklichen kann
Allgemein bewährt sich diese Gesprächsführung in jeder Situation, besonders sinnvoll ist der Einsatz bei:
- emotionalen Konflikten zwischen den Gesprächspartnern
- Unsicherheit
- Dem Gefühl des Gesprächspartners, ungenügend zu sein
- Menschen mit geringem Selbstwertgefühl
- Ängstlichen und gehemmten Menschen
-
Mitarbeitergespräche
Die Basisvariablen:
Die Gesprächführung nach Rogers ist keine Methode, sondern eine WeltanschauungKongruenz (=Übereinstimmung mit sich selbst) und Echtheit sind
wichtige Voraussetzungen für jeden, der diese Gesprächsform an-
wendet, das heißt:
Beide Gesprächspartner sollten ganz sie selbst sein, sich nicht verleugnen
Der Berater (also SIE!) sollte sich selbst und seine Gefühle akzeptieren, keine Fassade zeigen
Beispiel: Wie verhalte ich mich, wenn der Klient zum x-ten Mal sein Eheleben (das nicht zum Thema gehört) bedauert und ich mich zusehends langweile und unkonzentriert werde?
Nicht: mit dem Gefühl herausplatzen
Aber : sachlich mein Gefühl ansprechen
Empathie = einfühlendes Verstehen
Wertschätzung, positive Zuwendung und Akzeptanz werden vermittelt Wertschätzung der Person ist nicht an Bedingungen geknüpft!
Einstellung des Beraters ist grundlegend positiv gegenüber dem Gesprächsteilnehmer - Emotionale Wärme sollte vermittelt werden
Das bedeutet nicht: das wir alles gut heißen oder gut finden: es
bedeutet, dass der andere Mensch als eigenständiges Individuum
geachtet wird und akzeptiert wird, wie er ist
Wir unterscheiden 3 Stufen in der GesprächsführungStufe I:
Das verständnisvolle Zuhören
Stufe II:
Das Paraphrasieren
Stufe III:
Das Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte
Stufe I:
Das verständnisvolle Zuhören
Wir zeigen Bereitschaft, auf den anderen einzugehen:
Gesten wie Kopfnicken, Blickkontakt, bestätigende Laute wie Hm, ja Wir vermitteln das Gefühl:
- Ich werde verstanden
- Ich werde nicht bewertet, sondern akzeptierend angehört
- Mein Gegenüber ist an meinen Gedanken und Gefühlen
interessiert
Stufe II:
Das Paraphrasieren
= Wiederholen der Äußerungen mit eigenen Worten
Überprüfung, ob alles richtig verstanden wurde
Der Gesprächspartner hat die Möglichkeit, Gedanken und
Gefühle noch deutlicher wahrzunehmen und auszudrücken
Wichtig ist die Schwerpunktlegung:
Entweder auf die Gefühle oder die Gedanken!
auf die differenzierte Darstellung der äußeren Sachinhalte
Stufe III:
Das Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte
Hierbei wird nicht der gesamte Inhalt des Gesagten
wiederholt,
sondern hauptsächlich die Gefühle, die hinter der Aussage stecken.
Der Berater teilt mit, welches Gefühl er herausgehört hat und spiegelt
dies wider. Hilfreich ist diese Methode nur, wenn die Atmosphäre
entspannt und akzeptierend ist, ansonsten könnte sie Angstgefühle
beim Gesprächspartner auslösen! Bei zu spürender Abwehrhaltung
des Gesprächspartners: zurück zu Stufe I und II!!
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