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    Gewaltfreie Kommunikation - die “Giraffensprache”


    nach Dr. Marshall Rosenberg (= Schüler von Rogers)

    Dr. Marshall Rosenberg setzt in seiner Arbeit die Thesen Rogers fort.

    Ziele der Gewaltfreien Kommunikation:

    - befriedigende Beziehungen aufbauen und erhalten
    - unsere Bedürfnisse befriedigen, ohne anderen (verbale) Gewalt anzutun
    - schmerzliche Kommunikation verändern
    - Konflikte positiv wandeln


    Grundlagen: (denen Rogers sehr ähnlich)

    - Menschen sind soziale Wesen und in vielen Bedürfnissen voneinander abhängig

    - Alle Menschen möchten ihre Bedürfnisse befriedigt bekommen

    - Wir leben in guten Beziehungen, wenn wir diese Bedürfnisse durch Zusammenarbeit statt durch aggressives Verhalten
      erfüllen

    - Jeder Mensch hat bemerkenswerte Ressourcen, die uns erfahrbar werden, wenn wir durch Einfühlung (Empathie) mit
       ihnen in Kontakt kommen

    - Hinter jedem aggressiven Verhalten steckt ein Bedürfnis

    - Jedes Bedürfnis dient dem Leben – es gibt keine „negativen“ Bedürfnisse


    Die Wolfssprache

    Rosenberg nennt unseren „normalen“ sozialen Umgangston „Wolfssprache“. Sie ist gekennzeichnet durch:

    - Analyse: „Wenn du das beachtet hättest....“

    - Kritik : „so ist das falsch, das macht man so...“

    - Interpretationen: „ du  machst das, weil....“

    - Wertungen: „du bist klug, faul, richtig, falsch...“

    - Strafandrohungen: „ wenn du nicht sofort, dann...“

    - Regeln und Normen

    - Sich im Recht fühlen

    Resultat der Wolfssprache ist in der Regel, dass der andere sich schlecht fühlt, sich wehrt oder ausweicht. In jedem Fall provoziert die Wolfssprache gegenseitige Aggressionen.

    Nach Rosenberg repräsentiert die Wolfssprache den eher missglückten Versuch, ein Bedürfnis auszudrücken. Sie ist besonders in Mitarbeitergesprächen zu verrmeiden.


    Die Giraffensprache

    Ist die Sprache des Herzens. Kennzeichen:

    - auf Gefühle achten

    - Versuch, die Bedürfnisse des anderen herauszufinden

    - Trennung von Beobachtung und Bewertung

    - Bitten statt Fordern

    - Übersetzung von Angriffen, Vorwürfen, Beleidigungen und
       Forderungen in Gefühle und Bedürfnisse


    In der Kommunikationspraxis

    Wir übersetzen die verbalen „Wolfsattacken“ in die „Giraffensprache“
    und nehmen auf diese Weise den Gesprächen die Spitze und die
    implizite Aggression.

      1. Schritt: die Situation möglichst objektiv erkennen und wiedergeben

      2. Schritt: Gefühle artikulieren

      3. Schritt: erkennen, welche Bedürfnisse dahinter stecken

      4. Schritt: Formulierungen von Wünschen und Bitten


    Beispiel:

    Wolf:

    „Du warst heute schon wieder zu faul, den Müll rauszubringen (Bewertung). Ständig muss ich darauf achten, dass hier alles läuft – du kümmerst dich um nichts (Kritik). Du machst das nur, um mich zu ärgern (Interpretation). Wenn sich das in Zukunft nicht ändert, dann werde ich für dich auch nicht mehr .....“(Strafandrohung).

    Giraffe (Übersetzung):

    „Du hast den Müll nicht rausgebracht. (Objektiver Sachverhalt – Situation) Ich bin verärgert und habe das Gefühl, für alle Aufgaben im Haus allein verantwortlich zu sein. (Gefühle) Gerne möchte ich im Haushalt entlastet werden (Bedürfnisse) und wünsche mir deshalb allgemein mehr Entgegenkommen und Mitwirkung von deiner Seite
    (Wünsche)

    In Beratungsgesprächen ist die giraffische Übersetzung als Grundlage sehr hilfreich, um zukünftige Zielsetzungen und Vereinbarungen auszuarbeiten.

    Es empfiehlt sich, mit „Giraffenohren“ herauszuhören, welche Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche angesprochen werden und entsprechend darauf zu reagieren. Auf unser Beispiel angewandt könnte das Gespräch dann in folgender Form weiter verlaufen:

    „Es war nicht meine Absicht, dich zu verärgern. Ich mag das „Müllmachen“ nicht sehr, deshalb vergesse ich es leicht. Vielleicht kann ich dafür gleich das Staubsaugen übernehmen?“ (dem Bedürfnis nach Entlastung und dem Wunsch nach Mitwirkung wird hier Rechnung getragen)

    Oder – für den Fall, dass ich die Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche des anderen zwar erkannt habe, diese aber nicht erfüllen möchte (aus welchen Gründen auch immer):

    „Du bist verärgert. Das war nicht meine Absicht. Ich mag die Hausarbeiten zwar ganz und gar nicht, möchte aber deswegen keinen Streit mit dir. Können wir uns nicht gemeinsam etwas überlegen, was für unser beider Entlastung geeignet wäre? Du kannst dir meiner allgemeinen Unterstützung und Mitwirkung auf jedem anderen Gebiet völlig sicher sein.“


    Die Methoden im Beratungsgespräch sind denen Roger´s sehr ähnlich:

      1. Wiederholen des Gesagten mit eigenen Worten

      2. Gefühle ansprechen („Ich habe den Eindruck, du fühlst dich.....)

      3. Bedürfnisse erkennen und ansprechen („Wenn ich dich richtig
          verstehe, hast du das Bedürfnis nach...)

      4. Wünsche und Bitten formulieren („Möchtest du in Zukunft,
          dass....?)


    Wenn wir lernen, eher “giraffisch” zu kommunizieren, haben wir viele Vorteile:

    - Verbessertes Verständnis auf beiden Seiten
    - Transparenz von Absichten und Motivation, so dass eine Abwehrreaktion oder Aggression unnötig wird
    - Positive Bearbeitung von Konflikten


    weitere interessante Links:

    Arbeitszeugnisse
    Mitarbeitergespräche
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