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Erfolgreiches Krisenmanagement in der Personalentwicklung
Nutzen Sie die Krisenzeit als Chance
Wenn Ihr Unternehmen unter den derzeitigen schlechten Marktbedingungen leidet, können Sie einiges dafür tun, die eklatanten
Folgen für Ihre Mitarbeiter und Ihr Unternehmen einzugrenzen oder sogar ganz zu vermeiden. Mancherorts wird vom sogenannten
“antizyklischem Denken und Handeln” viel geredet und gefordert. Doch, welche Möglichkeiten bieten sich einem Unternehmen,
das “mit dem Rücken zur Wand” steht? Ich meine, dass eine objektive, angstfreie Sichtweise und optimale Anpassungen an die Situation schon sehr hilfreich sein kann.
Folgende Handlungsalternativen sollten sich als sinnvoll und unterstützend erweisen:
Informieren Sie Ihre Mitarbeiter regelmässig und umfassend über die Entwicklungen, Chancen und Risiken! Informierte Mitarbeiter sind motiviert, an möglichen Lösungen der Probleme mit zu arbeiten. Sie vermeiden darüber hinaus
Gerüchte, die Ihrem Unternehmen nicht nur innerbetrieblich sondern auch nach außen hin großen Schaden zufügen können.
Mögliche Bedenken, dass eine umfassende Information in einer allgemeinen Panikstimmung eskalieren könnte, werden sich als
unbegründet herausstellen, soweit Sie sachlich und fundiert informieren und Lösungsvorschläge einbeziehen. Eine
Betriebsversammlung oder ein Rundschreiben eignet sich weniger für diesen Zweck. Denken Sie eher an regelmäßige Führungskräftebesprechungen, Mitarbeitergespräche und von der Geschäftsleitung einberufene Mitarbeiterversammlungen in
offener Atmosphäre mit viel Raum für Diskussionen und Fragen. Eventuell ziehen Sie eine neutrale Person zur Moderation hinzu.
Nutzen Sie die geringere Auftragslage für neue strategische Überlegungen und Ausrichtungen!
Jetzt haben Sie Zeit und Raum für sinnvolle Planungen, Veränderungen und Verbesserungen. Vermeiden Sie operative Hektik, die
mit weiteren Reibungsverlusten verbunden wäre. Geben Sie Ihren Mitarbeitern und Führungskräften die Chance, in Qualitätszirkeln
und Workshops Verbesserungen zu erarbeiten, andere Mitarbeiter über die Abläufe in der Abteilung zu informieren und somit den
internen Informationsaustausch und die Optimierung der einzelnen Organisationsabläufe zu fördern. Denken Sie in diesem
Zusammenhang auch an spezielle Strategie-Tagungen der Führungskräfte mit der Geschäftsleitung. Sie haben jetzt die Möglichkeit, Strukturen zu schaffen, die Ihnen in besseren Zeiten zugute kommen.
Für strategische Mitarbeitergespräche
ist jetzt die richtige Zeit!
Mitarbeitergespräche kommen meist viel zu kurz, Führungskräfte und Mitarbeiter drücken sich aus Zeitmangel gerne darum
herum. Eine offene und konsequente Diskussion und Rückmeldung über Stärken und Schwächen, gemeinsame
Zielvereinbarungen und Lösungsmöglichkeiten ist wichtig für die Gestaltung der zukünftigen Aufgaben. Darüber hinaus ist es
gerade jetzt wichtig, den Leistungsträgern im Unternehmen Perspektiven aufzuzeigen, um sie weiterhin an das Unternehmen zu binden. Lesen Sie hierzu auch meine allgemeinen Informationen zu Mitarbeitergesprächen.
Weiterbildung/Qualifikation der Mitarbeiter
Auch wenn die Gelder und Budgets knapper bemessen sind, gibt es doch eine Reihe von preiswerten Möglichkeiten, Mitarbeiter
weiter zu fördern und zu motivieren. Der Mitarbeiter (und selbstverständlich auch die Mitarbeiterin) erlebt, dass das Unternehmen
sich auch in schwierigeren Zeiten um die Belange des Personals kümmert und an einer Weiterentwicklung interessiert ist. Das
hemmt die Angst und gibt Mut und Zuversicht für die Zukunft - mal abgesehen von dem wirtschaftlichen Wert der Entwicklung.
Selbstverständlich ist hiermit nicht das teure Incentive-Seminar gemeint. Es gibt eine Reihe von guten und auch preiswerten
Seminaranbietern, die dennoch eine qualitativ hochwertige Weiterbildung vermitteln. Meiner Erfahrung nach sind viele
Seminaranbieter am Markt zu teuer und werden zu oft gebucht nach dem Motto: “Was viel kostet, ist auch bestimmt gut.” Eine
sinnvolle und gute Weiterbildung hat aber, wie Sie wissen, rein gar nichts mit dem Preis zu tun. Sehen Sie sich gezielt um, fragen
Sie ggf. bei Volkshochschulen (sind heutzutage wesentlich besser als ihr Ruf!) nach Firmenschulungen, organisieren Sie
firmeninterne Seminare für mehrere Mitarbeiter statt Einzelseminare in Hotels, suchen Sie gezielt nach fachbezogenen
Referenten, Dozenten und Trainern vor Ort (z.B. Freiberufler, Lehrer, Native Speaker für Fremdsprachenunterricht usw). Darüber
hinaus können Sie auch qualifizierte Mitarbeiter Ihres Unternehmens mit der Aufgabe betrauen, ihr Wissen an andere Mitarbeiter
in Form eines Referates oder eines kleinen Workshops weiterzugeben. Lassen Sie auch nicht Möglichkeiten wie Job-Rotation,
Messebesuche oder Kooperationen mit anderen (befreundeten, benachbarten oder artverwandten) Betrieben außer acht - mit ein
wenig Kreativität können Sie eine Menge bewegen - auch bei kleinem Budget.
Kooperation mit dem Betriebsrat
Besprechen und verhandeln Sie jetzt wichtige, immer wieder verschobene Projekte mit Ihrem Betriebrat. Zum Beispiel
Vergütungssysteme, die dem wirtschaftlichen Wachstum des Unternehmens angepasst sind. Ein gemeinsam erarbeitetes
Vergütungssystem, das geknüpft an Erfolg oder Leistung des Mitarbeiters gleichsam die Ertragslage des Unternehmens
berücksichtigt, liegt in beiderlei Interesse. Niemandem ist geholfen, wenn Mitarbeiter zugunsten anderer ihren Job verlieren oder
das Unternehmen aufgrund der hohen fixen Personalkosten bei gleichzeitig geringer Ertragslage Teile des Betriebes stillegen
müssen, um zu überleben. Ziel bei diesen sehr heiklen Vereinbarungen ist nicht, die Besitzstände der Mitarbeiter dauerhaft
anzugreifen oder langfristig die Personalkosten zu senken, obwohl hier die Versuchung vieler Unternehmer groß sein dürfte. Ziel
kann nur sein, gemeinsam zu überlegen, wie die Mitarbeiter des Unternehmens langfristig erfolgreich ihrer Tätigkeit nachgehen
und damit ihre Existenzgrundlage sichern können, was in jedem Fall stets gebunden ist an den Erfolg des Gesamtunternehmens.
Falls alles nichts hilft und Sie dennoch Personal entlassen müssen Leider müssen wir uns auch diesem Punkt widmen. Denn wenn die Krise weiter anhält, ist ein Personalabbau manchmal
unvermeidlich. Aber auch hier können Sie durch geeignete Maßnahmen den guten Ruf des Unternehmens wahren und sich mit Ihrem gezielten Personalmanagement weiter profilieren.
Bereiten notwendige Personalentlassungen gut vor: Pflegen Sie Kontakte zu anderen Unternehmen, die u.U. Mitarbeiter
übernehmen können/möchten, sprechen Sie im Vorfeld mit dem Arbeitsamt über verschiedene Möglichkeiten der Vermittlung, bieten Sie ein gezieltes Bewerbungstraining
für betroffene Mitarbeiter an, erstellen Sie gemeinsam mit den Mitarbeitern aussagefähige Arbeitszeugnisse
, schulen Sie die vorgesetzten Führungskräfte in Konfliktgesprächsführung für die anstehenden
Kündigungsgespräche und allgemeiner psychologisch orientierter Gesprächsführung
u.ä.m. Halten Sie, wenn möglich, zu besonders geschätzten Mitarbeitern auch nach der Trennung lockeren Kontakt und bieten Sie (gewünschte) Hilfestellung an. Es
ist schon recht häufig vorgekommen, dass Sie nach der Erholung der wirtschaftlichen Lage, Mitarbeiter wieder beschäftigen
möchten, von denen man sich trennen mußte. Gerade der Weggang von Mitarbeitern, die das Unternehmen sehr gut kennen und
sich in der Vergangenheit häufig profiliert haben, ist oft sehr schmerzlich für den Betrieb. Die verloren gegangenen Erfahrungswerte
und Kontakte kann ein neuer Mitarbeiter erst nach längerer Zeit (und mit hohen Kosten für Einarbeitung und Schulung) wieder erreichen.
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