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Motivation im Alltag
Sie finden auf dieser Seite ausführliche Informationen zu
Grundbedürfnissen des Menschen
Motivation im Kontext von Person und Situation Wichtige Motivationsfaktoren in der Praxis Auf der Grundlage dieses Hintergrundwissens wird es Ihnen möglich, Zusammenhänge im Bereich der Motivation zu erkennen und
ggf. eigene Strategien für Ihr Unternehmen und Ihre spezifische Situation zu entwicklen.
Grundbedürfnisse des MenschenPhysiologische (körperliche) Bedürfnisse Physiologische Bedürfnisse dienen unserer Selbst- und Arterhaltung. Sie bestehen in der Hauptsache aus der Befriedigung von
Hunger, Durst, Ruhe, Bewegung und Sexualität. In unserer Gesellschaft braucht anscheinend kaum jemand Angst vor Mangel in
dieser Hinsicht haben. Und doch gibt es mehr und mehr Menschen, die aus dem Bedürfnis der Selbsterhaltung handeln und zum
Beispiel eine erhöhte Leistungsmotivation im Job entwickeln. Hier geht es nicht mehr nur darum, irgend etwas zu essen oder zu
trinken, irgend eine Bewegungsform (z.B. Sport) zu wählen oder irgend einen Sexualpartner zu finden. Gesunde Ernährung
beispielsweise wird in unserer Gesellschaft immer mehr zur Geldfrage, denn schadstoffarme Nahrung ist nur über erhöhte Kosten
zu erhalten. Qualitätsorientierte Bioprodukte haben ihren Preis, die Erfahrung machen wir täglich beim Einkauf. Menschen, die
Wert auf die Erhaltung der eigenen Gesundheit legen, werden versuchen, durch erhöhten Einsatz und verbesserte Leistungen im
Arbeitsleben über Provisionen oder eine Beförderung mehr Geld zu verdienen um diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen. Sicherheitsbedürfnisse
Unsere Sicherheitsbedürfnisse dienen der generellen Absicherung des Erreichten.
Diese Bedürfnisse bringen uns beispielsweise dazu, Versicherungen gegen mögliche Schadensfälle abzuschließen. Wir wollen
gewappnet sein gegen Verluste, die unter Umständen sogar unsere Existenz gefährden können.
Soziale BedürfnisseZugehörigkeitsbedürfnis
Der Mensch sucht nach emotional geprägten Kontakten zu anderen Personen. Einsamkeit lässt uns verkümmern, es fehlt ein
Feedback um unser eigenes Verhalten und Handeln zu prüfen. Unsere Selbstwahrnehmung funktioniert nur über die Resonanz von
anderen Menschen. Wir brauchen einen akzeptierten Platz innerhalb der Gruppe. Dieser Platz muss nicht zwangsläufig
herausragend sein, es genügt, einfach irgendwo dazu zu gehören. Jeder Verein, jede Familie, Glaubens und
Interessengemeinschaften, jede Firma und jede Arbeitsgruppe bietet diesem Bedürfnis Erfüllung. Fehlt das Gefühl dazu zu
gehören, empfinden wir Isolation, Ausgrenzung und Unvollkommenheit. Schlagen unsere Versuche nach Integration weiter fehl,
können sich Trauer, Depressionen und körperliche Krankheitssymptome entwickeln. Mobbingopfer zum Beispiel erleben diesen
Zustand als sehr spannungsgeladen, belastend und nervenaufreibend. Ihre Verzweiflung kann so stark werden, das der Gedanke an Suizid ins Bewusstsein rückt. Wertschätzungsbedürfnis
Das menschliche Bedürfnis nach Wertschätzung unterteilen wir noch einmal nach Wertschätzung von außen
äußert sich zum einen durch den Wunsch nach Anerkennung, sozialem Status und Aufmerksamkeit durch andere Menschen.
Dieses Bedürfnis sollten wir keinesfalls unterschätzen. Wer schon einmal bei Arbeitssitzungen zum Thema „Welcher
Dienstwagen für welche Position“ dabei war, weiß genau, was ich meine. Der Dienstwagen repräsentiert ebenso wie die eigene
Sekretärin, der Ledersessel, das eigene Büro und vieles andere im Betrieb ein Statussymbol. Die Wichtigkeit, Autorität und
Kompetenz einer Person wird durch diese Äußerlichkeiten beschrieben und ggf. unterstrichen. Statussymbole dokumentieren die eigene Stellung in der Gesellschaft.
Indem wir verschiedenen Mitarbeitern diese Symbole zugestehen, drücken wir damit unsere Anerkennung für ihre Leistungen aus,
heben sie aus der Masse der „normalen“ Arbeitnehmer heraus und sorgen für die Aufmerksamkeit anderer für diesen Personenkreis.
Aber es geht auch ohne betriebliche Statussymbole. Zufriedenheit erlangen Menschen ebenso durch das Gefühl der Anerkennung und Aufmerksamkeit für ihre Person und ihre Leistungen.
Unser Streben nach Wertschätzung geht über das Bedürfnis nach Zugehörigkeit hinaus. Hier wollen wir innerhalb unserer Gruppe
eine Rolle spielen, die unsere Individualität und Besonderheit in der Gemeinschaft herausstreicht. Wir wollen nicht nur einfach
dazu gehören, sondern wollen darüber hinaus als Person anerkannt und geschätzt werden. Wir genießen die Aufmerksamkeit, die
uns durch andere zuteil wird, zeigt sie uns doch, dass wir ein wichtiges Glied in der Kette sind.
Eigene Wertschätzung
Wertschätzung für die eigene Person? Hier wird sich manch geneigter Leser sicherlich wundern. Es gibt nicht wenige Menschen,
die sich gerade mit diesem Punkt schwer tun. Bescheidenheit ist doch eine Zier?! Die eigene Person anzunehmen wie sie ist und
ihr Anerkennung entgegen zu bringen ist schwer. Unser Fokus der Aufmerksamkeit liegt doch vielmehr auf unseren Fehlern, das
was wir nicht so sehr an uns mögen, was wir lieber verstecken würden. Aber auch das Bedürfnis nach eigener Wertschätzung ist
Motor unserer Handlungen und Verhaltensweisen. Wir wünschen uns Vertrauen in unsere Fähigkeiten und Leistungen
(Selbstvertrauen), wir möchten - unabhängig von der Meinung anderer - guten Gewissens Entscheidungen treffen (Selbständigkeit),
wollen unser Können und Wissen unter Beweis stellen, anwenden und erweitern. Für uns selbst. Um uns zu zeigen, wo wir in unserer Entwicklung stehen.
Als Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Um unsere Erfolge zu feiern, für das Gefühl doch ein “ganz toller Hecht im
Teich” zu sein. Hier finden wir den Grund, warum wir uns herausfordernde Aufgaben suchen, von denen wir nicht mit letzter
Sicherheit sagen können, ob wir sie schaffen. Hier liegt die Motivation, unsere Grenzen immer wieder neu auszutesten und zu erweitern. Selbstverwirklichungsbedürfnisse Unsere Selbstverwirklichungsbedürfnisse beschreiben unseren Drang nach Entfaltung der eigenen Persönlichkeit – oft
missverstandene Interpretation durch Makramee-Kurse in der Toskana Ende der 70er Jahre. Ich bitte um Verständnis für dieses
arg abgegriffene Klischee, doch es beschreibt in hervorragender Weise die Wichtigkeit dieser Motivation. Entfaltung der eigenen
Persönlichkeit muss man sich leisten können. Es ist mehr das Sahnehäubchen, wenn alles andere geschafft ist. Kein Mensch
kümmert sich ernsthaft um die (Veränderungs-) Möglichkeiten seiner Persönlichkeit, wenn er existentiell kämpfen muss.
Spirituelle Erfahrungen jeglicher Art sind sicherlich für viele Menschen erstrebenswert und spannend, können aber nur Motor für unser Verhalten sein, wenn wir ansonsten abgesichert leben.
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Motivation im Kontext von Situation und PersonSituationsabhängige Motivation
Jede Motivation ist neben der Befriedigung unserer Grundbedürfnisse ebenso abhängig von der aktuellen Situation, in welcher wir uns befinden.
Nehmen wir beispielsweise unser Bedürfnis nach Bewegung (physiologisches Grundbedürfnis): Es fällt uns sehr viel leichter dieser
Motivation nach zu kommen, wenn wir günstige Bedingungen vorfinden. Wenn wir beispielsweise ein Fitnesscenter direkt neben
der Firma oder unserer Wohnung haben oder wenn ein Freund oder eine Freundin uns animiert, doch mal zum Sport mit zu
kommen. Selbst der vielgerühmte Sport des Joggens wird viel situationsabhängiger durchgeführt, als uns selbst bewusst ist.
Eigentlich joggen viele Menschen, weil es ein hervorragendes Ausdauertraining darstellt, das man zu jeder Zeit an jedem Ort und
relativ kostenfrei durchführen kann. Aber wehe, wenn es regnet oder im Herbst und Winter kalt wird. Die Zahl der aktiven Jogger
reduziert sich augenblicklich erheblich. Hier spielt also das Wetter eine entscheidende Rolle für viele Freizeitsportler.
Ähnlich verhält es sich mit unserer Arbeits- oder Leistungsmotivation im Berufsleben. Bei ungünstigen Bedingungen müssen wir
uns doppelt aufraffen und sehr viel mehr Energie in unsere Selbstmotivation stecken. Ungünstige Bedingungen wären beispielsweise:
- Mit Kollegen eng zusammen zu arbeiten, die uns wenig sympathisch sind, - ein schlecht ausgestatteter Arbeitsplatz (wenn wir anderes gewöhnt sind), - umständliche und zeitraubende Handlungsvorgaben, - schwache Beleuchtung des Arbeitsplatzes, unbequeme Bürostühle... - und verschiedenes mehr
Den „inneren Schweinehund“ unter diesen Bedingungen zu überwinden, kostet zusätzliche Energie. Wir holen unsere
Selbstmotivation in diesen Fällen aus der Befriedigung anderer Bedürfnisse, zum Beispiel der Anerkennung und Wertschätzung
anderer Kollegen oder des Vorgesetzen. Ein gutes Betriebsklima bedeutet für jedes Unternehmen einen zusätzlichen
Motivationsfaktor für die Belegschaft. Es kann andere Mängel, also ungünstige Bedingungen (z.B. im Vergleich zu anderen
Unternehmen geringere Gehaltsstruktur) gut kompensieren. Eine hohe Anzahl von Mitarbeitern verzichten zugunsten eines guten
Betriebsklimas und dem damit verbundenen Wohlfühleffekt am Arbeitsplatz gern auf einen Spitzenverdienst. Die Fluktuation eines
Betriebes ist hier meist ein guter Indikator. Mitarbeiter, die sich dem Unternehmen und ihren Kollegen emotional verbunden fühlen, wechseln seltener den Job für ein besseres Gehalt. Unser
Zugehörigkeitsbedürfnis epräsentiert hier den Motor für diese Entscheidungen. Dieser Punkt trifft aber nicht für alle Mitarbeiter zu.
Es gibt also noch einen wesentlichen Aspekt der Motivation, welcher in der Person begründet ist.
Personabhängige Motivation
Abhängig von unserer Persönlichkeit und unserem Wertesystem, welche entscheidend geprägt werden durch unsere Erziehung
und unsere Vorerfahrungen, stehen verschiedene Grundbedürfnisse und deren Befriedigung im Vordergrund.
Während für den einen das Zugehörigkeitsbedürfnis oder Wertschätzungsbedürfnis eine große Rolle spielt, ist für einen anderen
beispielsweise das Sicherheitsbedürfnis von besonderer Relevanz. Arbeitnehmer, die lange Zeit arbeitslos waren oder die ihren
vorherigen Job durch die Insolvenz des Unternehmens verloren haben, entwickeln oft ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis. Ihre
Arbeitsmotivation steht meist in direktem Zusammenhang mit dem subjektiv (!) erlebten Sicherheitsaspekt ihres Arbeitsplatzes.
Andere Arbeitnehmer legen sehr viel Wert auf Selbstverwirklichungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz. Sie möchten ihre Ideen,
Vorschläge,Arbeitsweisen und Entscheidungsfreiheiten akzeptiert und umgesetzt sehen. Diese Bedürfnisbefriedigung lässt sich
meist nur in gehobenen Positionen ausleben. Hier finden wir eine erhöhte Motivation zur Weiterbildung, zum Karriere-Machen (im
herkömmlichen Sinn), zum Anstreben verantwortlicher Positionen im Unternehmen. Mitarbeiter mit dieser Grundmotivation
wechseln häufiger das Unternehmen (falls der Betrieb ihnen nicht mit entsprechenden Angeboten entgegen kommt), um ihre Vorstellungen von einem erfüllten Arbeitsleben realisieren zu können.
Quintessenz
Nachdem Sie aufmerksam meinen Ausführungen zu den Grundbedürfnissen des Menschen - unseren grundlegenden Motivationen
- gefolgt sind; nachdem Ihnen die weiteren Motivationsdeterminanten durch Situation und Person dargestellt wurden, fragen Sie sich vielleicht, W I E Sie denn nun motivieren können.Es ist zugegebenermaßen recht schwer, die Persönlichkeit eines Mitarbeiters, seine Situation und seine Bedürfnislage
einzuschätzen. Aber es ist durchaus möglich - es kostet nur ein wenig Zeit und Interesse. Lernen Sie Ihre Mitarbeiter kennen.
Nutzen Sie die Möglichkeiten der Mitarbeitergespräche (möglichst 2x jährlich ein ausführliches Gespräch über gemeinsame
Zielsetzungen, Möglichkeiten etc.), fragen Sie bei Leistungstiefs sachlich nach, woran es liegt u.ä.m.
Sie brauchen sich dabei nicht verbrüdern oder Ihre Distanz aufgeben – eine Sorge vieler Führungskräfte, auf die ich manchmal
kritisch hinterfragt werde. Die Anerkennung und Wertschätzung Ihrer Mitarbeiter Ihnen gegenüber wird steigen, ebenso wie der
gegenseitige Respekt. Erfolgreiche Führungskräfte verstehen sich in der heutigen Zeit eher als Coach Ihrer Mitarbeiter, denn als allwissende Autorität.
Darüber hinaus könnte Ihnen folgendes Wissen hilfreich sein: Jeder Mensch IST im Grunde motiviert! Wir sind alle bestrebt,
erfolgreich zu sein, unser Wissen zu erweitern, Anerkennung zu erhalten, uns allgemein weiter zu entwickeln - lediglich die
Ausprägungen, individuellen Zielsetzungen und der Preis, den wir dafür zahlen wollen,
unterscheiden sich von Person zu Person. Finden Sie die individuellen Motivationsfaktoren und Schwerpunkte Ihrer Mitarbeiter
heraus und Sie werden niemals wieder Motivationsprobleme in Ihrem Unternehmen haben.
Unter diesen Aspekten erübrigen sich ebenfalls alle Diskussionen über Management-by-Techniken oder auch Führungsstile. Der
Mensch und damit jeder Mitarbeiter ist ein sehr individuelles Wesen mit sehr persönlichen Zielsetzungen und Vorstellungen. Was
beim einen positiv wirkt, kann bei einem anderen Arbeitnehmer auf völlige Ablehnung stoßen. Es kann aus diesem Grund für jede
Führungskraft nur sinnvoll sein, sein Führungsverhalten den Anforderungen jedes einzelnen Mitarbeiters anzupassen. nach oben
Wichtige Motivationsfaktoren in der Praxis
Im folgenden geben ich ihnen einige weitere Motivationsfaktoren an die Hand. Es handelt sich hierbei um Determinanten, die für die meisten Menschen von großer Bedeutung sind. Motivation durch Gerechtigkeit Viele Arbeitnehmer kennen die Situation aus der Erfahrung: beim lockeren Gespräch in der Kantine mit Arbeitskollegen fällt
plötzlich auf, das man für die gleiche Arbeit ein geringeres Gehalt bezieht. Oh Schreck, hat man sich bei der Einstellung zu
schlecht verkauft? War man bei der letzten Gehaltserhöhung zu schnell zufrieden? Warum macht der Arbeitgeber derartige Unterschiede?
Leider fragen nur die Wenigsten hier in der Personalabteilung nach. Unterschiede durch Betriebszugehörigkeiten, Alter,
Ausbildungsstand etc. werden kaum erkannt. Es steht vielmehr sofort das Gefühl im Raum, ungerecht behandelt zu werden. Das
schlägt sich nachhaltig auf die Motivation nieder. Mal abgesehen von den nicht immer verständnisvollen oder erklärenden
Kommentaren der besserbezahlten Kollegen sitzt der Stachel tief. Jedes Unternehmen ist daher gut beraten, eine sinnvolle und für
die Mitarbeiter transparente Gehaltsstruktur zu entwickeln, die möglichen Ungerechtigkeitsgefühlen entgegenwirkt. Unser aller
Bedürfnis nach ausgewogener und gerechter Behandlung entspringt dem Grundbedürfnis nach Wertschätzung und Anerkennung. Motivation durch Information
Informierte Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter. Durch mangelnde Information der Arbeitnehmer und Führungskräfte über
Zielsetzungen, Strategien und Pläne des Unternehmens werden wertvolle Motivationsressourcen verschenkt. Mitarbeiter wollen
und brauchen als Entscheidungsgrundlage für ihr Tagesgeschäft als auch für ihre strategischen Überlegungen alle essentiellen
Informationen über ihr Unternehmen. Vertrauensmangel und Frustration greifen um sich, wenn Ihre Mitarbeiter erst aus der Zeitung
erfahren, wie es um ihr Unternehmen bestellt ist oder welche Pläne die Direktion für die Zukunft ins Auge gefasst hat.
Zu wissen, was wann und wo passiert, gibt dem Menschen ein Gefühl der Sicherheit, er kann verantwortungsvoll agieren und
entscheiden. In Punkto Information werden unsere Wertschätzungsbedürfnisse als auch unsere Sicherheitsbedürfnisse
angesprochen. Fehlen Informationen oder hat man das Gefühl eines allgemeinen Informationsmangels im Betrieb, sind Frustration und Demotivation die Folge. Motivation durch Erfolge
Jeder Mensch braucht Erfolge. Erfolge sind die Grundlage für unsere eigene Wertschätzung. Misserfolge demotivieren und
hinterlassen ein Gefühl der Hilflosigkeit. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Mitarbeiter mit Aufgaben betraut werden, die ihnen
weder zu schwer noch zu leicht fallen. Wenn man eine herausfordernde Aufgabe mit einiger Anstrengung gelöst hat, stellt sich ein
Erfolgsgefühl ein, das für weiter führende Anstrengungen und Aufgaben motiviert. Wir finden im Erfolg außerdem einen außergewöhnlich starken Motor für Intelligenzentwicklung und Kreativität.Das heißt, wenn Sie in der Lage sind, Ihren Mitarbeitern Erfolge zu vermitteln, werden Sie mit einer erhöhten Motivation als auch
einer positiven Leistungssteigerung belohnt. Das gilt für nicht nur für Ihre Mitarbeiter, sondern auch für Sie als Führungskraft. Denn
Ihr Erfolg ist die erfolgreiche Aufgabenverteilung auf die entsprechenden Teammitglieder. Sicherlich fragen Sie sich nun, wie Sie
Aufgaben finden können, die eine Herausforderung für den Mitarbeiter darstellen, die ihn weder langweilen noch überfordern. Ich
empfehle Ihnen auch hier wieder das Gespräch. Stellen Sie gemeinsam mit dem Mitarbeiter fest, welche Aufgaben für ihn
interessant und herausfordernd sind. Stellen Sie ihren Mitarbeiter auch ruhig mal vor Aufgaben, deren Lösung er sich zunächst
nicht zutraut. Erfolgversprechend ist hier die schrittweise Annäherung unter Umständen mit Ihrer Unterstützung, falls es notwendig werden sollte.
Übrigens: Selbstverständlich kann nicht der ganze Arbeitstag mit derartigen Aufgaben angefüllt werden. Das ist auch gar nicht
nötig. Es reicht vollkommen, wenn hin und wieder ein solches Schmankerl dabei ist oder wenn bei ausgesprochenen Routinejobs ein oder zwei verantwortungsvolle Aufgaben hinzukommen.
Motivation durch eine positive Erwartungshaltung Kennen Sie den Rosenthal-Effekt?
Der amerikanische Psychologe Robert Rosenthal analysierte, welchen Einfluss Versuchsleiter in psychologischen Experimenten
auf das Verhalten von Versuchspersonen oder auch Versuchstieren hat. Er konnte nachweisen, dass die Erwartungshaltung der
Versuchsleiter das Verhalten der Versuchspersonen veränderten. Der "Rosenthal-Effekt" - Beeinflussung des Ergebnisses durch
die Erwartungen des Experimentators - ist bei menschlichen "Versuchsobjekten" wesentlich wirksamer als im Tierexperiment.
Was nun hat der Rosenthal-Effekt mit Motivation zu tun? Unsere Erwartungshaltungen haben offensichtlich entscheidenden
Einfluss auf das Verhalten anderer Menschen. So unterstützt eine positive Erwartungshaltung zur Leistung die Motivation. Wenn
ich also davon überzeugt bin, dass mein Mitarbeiter oder auch mein gesamtes Team zu herausragenden Leistungen fähig ist,
werden diese unbewusst meine Erwartungshaltungen erfüllen. Umgekehrt funktioniert der Effekt natürlich auch. Falls Sie der
Meinung sein sollten, nur von Versagern umgeben zu sein, werden Sie sehr schnell feststellen, dass sich Ihre Umwelt tatsächlich
in diese Richtung verändert. Hier bestätigt sich mal wieder der Ausspruch: die Welt ist das, was du von ihr denkst.
Es sind viel weniger unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen, die unsere Meinungen, Einstellungen und Erwartungen
produzieren. Sondern wir selbst steuern maßgeblich das, was wir erfahren. Unsere Einstellungen und Erwartungen sind
verantwortlich für unsere (oft sehr subtilen) Verhaltensweisen, womit wir unsere Umwelt erheblich (in die prognostizierte Richtung) beeinflussen.
Aus diesem Zusammenhang heraus betrachte ich es als sehr sinnvoll, wenn wir unsere Menschenbilder und die damit
zusammenhängenden Erwartungen und Einstellungen an unsere Mitmenschen öfter mal einer Überprüfung unterziehen. Positive Einstellungen ziehen positiven Erfahrungen nach sich.
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