Mitarbeitergespräche - Leistungswille erhalten
Rückkehrgespräche
sind oft Fehlzeitengespräche. Die Hitliste der Ursachen von häufigen Fehlzeiten sind nach Pohlen, Essen, 1995, S.80:
Vorgesetztenverhalten (unzureichende Qualifikation, Defizite i.d. Gesprächsführung)
Betriebsklima und Arbeitsmoral in der Gruppe/Abteilung (falsche Gruppenzusammen- setzung, kein Teamgeist)
Arbeitsbedingungen (Unter- oder Überforderung, physische oder psychische Belastung)
Arbeitsunzufriedenheit (z.B. monotone Arbeit, keine Aufstiegsmöglichkeit)
Arbeitszeit (z.B. starre Arbeitszeiten)
Fehlende Anerkennung
Ziele:
F
Reduzierung von Fehlzeiten
F Erhöhung der Arbeitszufriedenheit
F
Ermittlung der genauen Ursachen der häufigen Fehlzeiten und gemeinsam Lösungen zur Beseitigung finden
F Motivation
F Verbesserung des Arbeitsklimas + der Kommunikation
F
Signalisieren des Interesses am Arbeitnehmer + dessen Arbeitssituation
F Erhaltung der Leistungsfähigkeit
F
Bereitschaft des Unternehmens, betrieblich bedingte Ursachen zu beheben
Rückkehrgespräche bieten sich in einer eher unformalisierten Form an, um keinen weiteren Druck auf den
Arbeitnehmer auszuüben. Außerdem erscheint es sinnvoll, diese Gespräche in andere Formen von
Mitarbeitergesprächen einzubinden. Als Einzelmaßnahme können sie das Ziel einer vertrauensvollen und
motivierenden Kommunikation nicht realisieren. Allein die Tatsache, zu einem solchen Gespräch antreten zu müssen
kann bei vielen Arbeitnehmern starken psychischen Druck und große Verunsicherung auslösen.
Rückkehrgespräche sind bei Mitarbeitern und Gewerkschaften ein äußerst sensibles Thema. Es wird befürchtet, dass
die Gespräche dazu dienen, Mitarbeiter mit häufigeren Fehlzeiten als “Blaumacher” zu identifizieren und damit
abzustempeln. Darüber hinaus fallen Details aus dem Privatleben des Arbeitnehmers, ebenso wie Informationen zur
Krankheitsdiagnose, dem Krankheitsbild und der möglichen Krankheitsentwicklung unter den Persönlichkeitsschutz des Arbeitnehmers. Fragen in diese Richtung sollten absolut tabu sein.
Wenn aber die o.g. Ziele im Mittelpunkt eines Rückkehrgespräches stehen, dient das Gespräch der Umsetzung der
Interessen des Arbeitnehmers ebenso wie denen des Arbeitgebers. Dieser partnerschaftliche Austausch sollte zum gegenseitigen Vorteil möglich sein und genutzt werden.
Literatur zum Thema Mitarbeitergespräche:
Schriftenreihe Personalmanagement des Rationalisierungs-Kuratorium der Deutschen Wirtschaft (RKW) e.V., 1998: Margarete Schreurs:
Mitarbeitergespräche Führungsinstrument der Zukunft, Bd. 2
Management & Training 3/2000: Artikel: Unternehmensentwicklung Mitarbeitergespräche - Dialogorientierte
Personalentwicklung
Management & Training 4/2001: Artikel: Unternehmensentwicklung Arbeitsmaterial Leitfaden für Zielvereinbarungsgespräche
PERSONAL Heft 10/1999: Wolfgang Sold, Oberkochen; Heinz Uepping, Taunusstein: Strategische Unternehmenssteuerung durch Zielvereinbarungen und variable Vergütung
PERSONALFÜHRUNG 10/1999: Dr. Jürgen Deller und Stephan Münch: Das Zielvereinbarungssystem der
DaimlerChrysler Services (debis) AG ein System der Zielvereinbarungen mit Elementen der ergebnisabhängigen Vergütung ist ein zentraler Baustein einer wertorientierten Unternehmensführung
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