Bewerbungen erstellen - Der erfolgreiche Lebenslauf
Der Lebenslauf ist das absolut wichtigste Element einer Bewerbung
Hier erhält das Unternehmen, bzw. der Personalentscheider die grundlegenden Informationen, die er zu seiner Entscheidungsfindung (Vorauswahl) benötigt. Ich höre und lese immer
wieder, dass das Anschreiben als “Aufhänger” oder “Interest-Catcher” von besonderer Bedeutung sein soll. Meine Meinung dazu: Vergessen Sie es. Ich kenne keinen Personaler,
der sich ernsthaft von einem besonders kreativen oder sympathischen Anschreiben in seiner Entscheidung beeinflussen ließ, wenn die übrigen Voraussetzungen für die offene Stelle nicht
erfüllt waren. Und diese Voraussetzungen werden nun mal über den Lebenslauf und die
Arbeitszeugnisse geprüft.
Ihr Lebenslauf sollte deshalb unbedingt:
F
aussagekräftig und informativ sein
F optisch ansprechen
F übersichtlich gestaltet sein
F
alle wichtigen Stationen des Berufslebens enthalten und stichpunktartig sonstige relevanten Daten aufschlüsseln
Die hauptsächlichen Elemente des Lebenslaufes bestehen aus der Darstellung
F der Personalien inklusive eines Fotos
F
des schulischen Werdegangs (wenn Sie nicht gerade Berufsanfänger sind, reicht hier die Kurzform)
F des Studiums (ggf.)
F des beruflichen Werdeganges (auch längerfristige Praktika)
F von Fortbildungen
F
von fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten
F von besonderen Kenntnissen (Sprachen, EDV,...)
F von fachübergreifenden Kenntnissen und Fähigkeiten
F des derzeitigen Gehaltes (ggf.)
F
des frühestmöglichen EintrittsterminsSelbstverständlich wird jeder Lebenslauf unterschrieben und mit dem aktuellen Tagesdatum versehen.
Bitte gestatten Sie mir im Folgenden ein paar Worte zum
Foto:
Es ist eine traurige Wahrheit, dass auch versierte Personaler sich durchaus durch ein Foto beeinflussen lassen. Zur
Verteidigung muss ich allerdings anfügen, dass Bewerber manchmal Fotos senden, die fern von Gut und Böse sind - man
weiß für einen Moment nicht genau: soll das jetzt ein Scherz sein oder stellt er/sie sich absichtlich in dieser Form vor? Ich
kann mich an viele Augenblicke der Heiterkeit in den Personalabteilungen unterschiedlicher Unternehmen erinnern, die auf
Bewerberfotos zurück zu führen sind. Es gibt sie tatsächlich: die Bewerberin im Bikini, fotografiert vor dem neuen
Familienauto; der Bewerber für eine Position im Marketing (wo es durchaus auf Kreativität ankommt), der zusammen mit seinem Freund auf einem übergroßen Foto auf dem Sofa kuschelt u.ä.m.Mal abgesehen von diesen Highlights, ist es von entscheidender Bedeutung, ob sie sympathisch und offen auf dem Bild
wirken oder eher verschlossen und missgelaunt. Jeder möchte gern einen Kollegen oder eine Kollegin in der Abteilung
haben, die vertrauensvoll, halbwegs attraktiv und in erster Linie sympathisch ist. Und bedenken Sie: nicht der Personaler
allein entscheidet - die zukünftigen Vorgesetzten und manchmal sogar die zukünftigen Kollegen haben auch ein Wörtchen
mitzureden. Entscheiden Sie sich deshalb immer für ein professionelles Bewerbungsfoto mit dezentem Hintergrund und
möglichst in der Kleidung, die Sie auch zur Arbeit tragen. So manche Bewerbung ist an dieser “Banalität” gescheitert.
Übrigens: kein Foto mit zu schicken, ist keine Lösung! Hier kommt sehr schnell der Verdacht auf, dass der Bewerber sich “verstecken” muss oder seine Bewerbung nachlässig gestaltet hat.
Noch ein Wort zu den gefürchteten “Lücken” im Lebenslauf:
Kein Leben verläuft linear auf einer vorausgeplanten Karriereschiene. Bewerber mit einem breiten und ruhig auch “bunten”
Erfahrungsbackground sind oft gefragt, weil sie durch ihren vielfältigen und unterschiedlichen Hintergrund die Tätigkeiten
kreativer angehen und oft über ein gewaltiges Innovationspotential verfügen. Diese Vorteile sind längst bekannt und werden auch berücksichtigt.
Verstecken Sie also bitte nicht Ihre “Familienpause” (ich finde übrigens die Ausdrücke: “Familienarbeit” oder
“Nachwuchsförderung und verantwortliche Organisation aller Abläufe innerhalb der Familie” viel passender, aussagefähiger
und - im zweiten Beispiel gewürzt mit einer Prise Humor - ansprechender). Und: es gibt keinen Grund sich dieser “Auszeit”
(die eigentlich einen Tätigkeitswechsel darstellt) zu schämen. Gerade in dieser Zeit gewinnen Sie viele zusätzlichen Werte
wie z.B. Organisationsfähigkeit, Stressresistenz, multifaktorielle Tätigkeitskoordination und erweitertes Wissen über
psychologische Zusammenhänge in zwischenmenschlichen Bereichen. Diese Erfahrungen und deren praktische Umsetzung kann Ihnen kein Seminar der Welt bieten.
Falls Sie also einige Zeit einen völlig anderen Beruf ausgeübt haben, auf den Seychellen oder in einem Kibbuz gelebt, oder
unter Umständen in einer staatlichen Einrichtung verbracht haben, ist dies keine “Lücke” in Ihrem Lebenslauf, sondern eine
wichtige zusätzliche Erfahrung, die Ihre Persönlichkeit und Ihre Perspektiven erweitert hat. Lassen Sie diesen Aspekt in
Ihrem Lebenslauf erkennen und verzichten Sie auf unrichtige Angaben oder das Verstecken von Daten - einem
einigermaßen aufmerksamen Leser entgehen Ungereimtheiten sowieso nicht. Und wenn diese Manöver durchschaut und entdeckt werden, stehen Sie schlecht da und haben jede Chance vertan.
Im Juli 2004 hat Frau Becker von der FAZ mich um ein Interview zu diesem Thema gebeten. Da es sehr ausführlich und
informativ geraten ist, stelle ich es Ihnen als PDF gern zur Verfügung.
>> weiter zum Interview
Den im September 04 veröffentlichten Artikel können Sie im FAZ.net lesen. zum Beitrag
Sie erhalten hier beispielhafte Darstellungen gelungener Lebensläufe
.
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