Glücklichsein ist lernbar
Wann waren Sie zum letzten Mal so richtig glücklich? In der ersten
Liebesnacht mit dem neuen Partner? Im vergangenen Urlaub beim Spazierengehen am Strand? Oder beim gemütlichen Sonntagsfrühstück mit der Familie? Glück ist ein subjektives Empfinden, das schwer zu
messen ist. Kleine Glücksmomente kennt jeder. Wer aber sein ganzes Leben als glücklich bezeichnen kann, hat eine innere Zufriedenheit gefunden. Und die wird nur zum Teil von außen beeinflusst. Eine
Studie des amerikanischen Psychologen Ed Diener aus Illinois zeigt, dass mit steigendem Wohlstand nicht automatisch auch die Zufriedenheit zunimmt. Kein Wunder also, dass es zahllose Ratgeber gibt,
die uns den perfekten Weg zum Glück weisen wollen. Eine Garantie kann zwar niemand geben. Mit ein paar einfachen Tricks können Sie Ihre eigene Zufriedenheit aber deutlich steigern.
Glück ist subjektiv
Für den Glücksforscher Bernd Hornung ist Glück ein
subjektives Wohlbefinden. Die Frage nach seinem Glücklichsein muss sich daher jeder selbst beantworten. Als Zutaten zum Glück nennt der Experte: "Zufriedenheit mit dem eigenen Leben im Ganzen,
möglichst viel Vorfreude und positive Erwartungen, sowie möglichst wenig unangenehme Gefühle und Angst." Das bedeutet für Hornung: "Mentale Gesundheit und intime Beziehungen oder gute
Freunde".
Was dem Glück im Weg steht
Um sich die eigene Zufriedenheit zu schaffen,
gilt es vor allem, negative Gefühle zu verhindern. "Der größte Störenfried ist die Angst, das giftigste aller Gefühle", sagt Hornung. Auch Stress, Kummer, Ärger und Gehemmtheit behindern
das Glücklichsein. Wer über sich selbst und die Welt zu intensiv nachdenkt, sieht vor allem das Negative und Fehlende, meint der Glücksforscher. "Unglückliche Menschen tun sich schwerer ihre
negativen Gefühle wieder los zu werden. Unangenehme Signale ziehen ihre Aufmerksamkeit schneller an." Laut Hornung spielen die Gene dabei eine Rolle, ebenso wie Kultur und Lebensumstände.
Was wirklich zählt
Überschäumende Glücksgefühle sind selten, deswegen
ist Glück auch eher ein Hintergrundrauschen, das sich aus vielen kleinen angenehmen Freuden und Gefühlen speist. Bei manchen Menschen scheint das Glück zur Persönlichkeit zu gehören. Psychologische
Studien bestätigen: Glückliche Menschen sind zukunftsorientiert, erwarten Erfolg, pflegen vorteilhafte Illusionen und setzen sich maßvolle Ziele. Glückskinder führen ein aktives Leben. Sie machen was
ihnen Spaß bringt und Belohnung verschafft.
Lässt sich für das Glück etwas tun?
Kein Zweifel, es ist sinnvoll nach
Glück zu streben. Aber wie wird man wirklich glücklicher? "Es gibt kein Zaubermittel jeden Menschen glücklich zu machen", sagt Hornung. "Wir brauchen erstens gute zwischenmenschliche
Beziehungen, jemand der sich um uns kümmert und um den wir uns kümmern können. Zweitens brauchen wir eine Beschäftigung - Arbeit zum Beispiel - die interessant für uns ist, die wir schätzen und an
der wir uns erfreuen."
Glücks-Regel Nr. 1
Freundschaft und Liebe sind wichtig für unser Wohlbefinden. Verkriechen Sie
sich nicht in Ihr Schneckenhaus, sondern knüpfen Sie Kontakte.
Glücks-Regel Nr. 2
Sowohl Sport als auch Sex heben nachweislich die Stimmung. Werden Sie aktiv
und motivieren Sie sich zu mehr Bewegung im Alltag!
Glücks-Regel Nr. 3
Aktivsein macht glücklich, Passivität dagegen unglücklich. Suchen Sie sich
ein Hobby, das Sie ausfüllt, gestalten Sie Ihre Freizeit aktiv.
Glücks-Regel Nr. 4
Wut und Aggressionen sollten nicht unkontrolliert ausgelebt werden -
dadurch verstärken sie sich. Versuchen Sie stattdessen, negative Gefühle zu kontrollieren und sich auf positive Empfindungen zu konzentrieren.
Glücks-Regel Nr. 5
Bewusstes Wahrnehmen macht glücklich - und das kann man auch lernen.
Versuchen Sie ab und zu, stärker auf Ihre Umgebung zu achten. Zum Beispiel auf kleine Gesten anderer Menschen oder einfach auf die Landschaft.
Glücks-Regel Nr. 6
Unabhängigkeit und Kontrolle über das eigene Leben sind wichtige
Voraussetzungen, um glücklich zu sein. Prüfen Sie sich selbst, ob Sie noch Kontrolle über Ihr Leben haben.